Validierung computergestützter Systeme (CSV): kontrollierter Systemraum an einer GMP-Produktionslinie - QFINITY
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Validierung computergestützter Systeme.

Computergestützte Systeme, die GxP-relevante Prozesse tragen, müssen validiert werden. So fordern es 21 CFR Part 11 und EU GMP Annex 11. Validiert wird dabei nicht die Software, sondern ihre Anwendung im Prozess, gegen den Intended Use. Wir führen diesen Nachweis aus Betreibersicht: risikobasiert, ausgerichtet am Patienten-, Produkt- und Datenintegritätsrisiko, mit einer Teststrategie nach Computer Software Assurance (CSA). Gebräuchlich sind für diesen Nachweis auch die Begriffe Computervalidierung und CSV-Validierung.

Der Nachweisgegenstand

Was genau wird validiert?

Validiert wird das computergestützte Gesamtsystem gegen den Intended Use. Es umfasst die Technologie, den von ihr getragenen Prozess und die Menschen in diesem Prozess. Der Prozess ist dabei der Ausgangspunkt: Er definiert den Zweck des Systems; daraus folgen Anforderungen, Risiken und Nachweisumfang. Jede Ebene des Systems hat ihre eigene Nachweishandlung:

EbeneNachweishandlung
Hardware und Infrastrukturwerden qualifiziert. Einmal nachgewiesen, bleibt der qualifizierte Zustand unter kontrollierten Bedingungen belastbar
Software-Schichten, Konfiguration, Modellewerden fortlaufend gegen die Spezifikation verifiziert
Das Gesamtsystem im Prozesswird gegen den Intended Use validiert. Das Ergebnis ist der validierte Zustand

Der Markt spricht in verkürzten Formeln wie "Validierung der Software" oder "Qualifizierung der Werkzeuge". Wer die Zusammenhänge kennt, übersetzt solche Formeln stillschweigend in die korrekte Nachweishandlung. Entscheidend ist nicht das Etikett eines Nachweises, sondern sein klar benannter Gegenstand: Was genau wird nachgewiesen, und welche Aussage trägt dieser Nachweis? Derselben Logik folgt die Computer Software Assurance.

GxP 21 CFR Part 11 EU GMP Annex 11 Intended Use CSA
CSV-Lebenszyklus

Vom Prozess zum validierten Zustand.

Die Validierung folgt einem dokumentierten Lebenszyklus, in dem jeder Spezifikationsschritt festlegt, was später nachzuweisen ist. Die methodische Grundlage liefert die GAMP-5-Validierung. Die Freigabe schließt dabei den Aufbau ab, nicht den Lebenszyklus: Der validierte Zustand gilt für die Konfiguration, für die er nachgewiesen wurde, und wird im Betrieb erhalten. Der Revisionsentwurf des Annex 11 verlangt für diese Betriebsphase ein eigenes Prüfprogramm.

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    Prozessverständnis & Intended Use

    Am Anfang steht der Prozess: Was soll das System im Geschäftsprozess leisten? Der Intended Use ist der Maßstab aller weiteren Schritte.

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    Validierungsplanung

    Auf die Analyse des bestehenden QMS folgt der Validierungsplan. Er legt Umfang, Rollen, Verantwortlichkeiten und Akzeptanzkriterien fest und gibt den risikobasierten Ansatz vor, an dem sich die weiteren Schritte ausrichten.

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    Anforderungen & Risikobewertung

    Die Anforderungsanalyse übersetzt den Intended Use in Systemanforderungen; die Risikobewertung gewichtet Systeme und Funktionalitäten nach dem Patienten-, Produkt- und Datenintegritätsrisiko.

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    Teststrategie & Spezifikation

    Die risikobasierte Teststrategie nach CSA legt fest, welcher Nachweis wie tief geführt wird: Testarten, Testtiefe und Dokumentationsumfang je Funktion.

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    Testen, Report & Freigabe

    Die relevanten Funktionalitäten werden dokumentiert getestet, mit nachweisbarer Abdeckung der Anforderungen; den Abschluss bilden Validierungsreport und Freigabe für den GxP-Betrieb.

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    Betrieb: den Zustand erhalten

    Change Control prüft jede Änderung daraufhin, ob sie den validierten Zustand berührt, und löst die nötige Nachprüfung aus; kontinuierliches Monitoring und periodische Bewertung machen sichtbar, was sich unbemerkt verändert. Vorfallsmanagement, Sicherheit, Support und Training halten den validierten Zustand im Betrieb aufrecht.

Das Fundament unter der Anwendung hat seinen eigenen Nachweisweg: Die Anwendung wird validiert, die tragende IT-Infrastruktur wird qualifiziert. Wie der kontrollierte Zustand der Infrastruktur entsteht, zeigt die IT-Infrastruktur-Qualifizierung, vom eigenen Rechenzentrum bis zur Cloud. Wo Systeme unmittelbar in der Herstellung stehen, greifen Prozess- und Systemnachweis ineinander. Wie dieses Zusammenspiel aussieht, beschreibt die Qualifizierung und Validierung produktionsnaher Systeme.

Die Beweiskraft eines Tests entsteht nicht beim Testen - sie wird in Strategie, Planung und Spezifikation angelegt. Das Testen löst sie ein.
Digitale Validierung

Vom Papierprotokoll zum strukturierten Record.

Die Ausführung des Lebenszyklus wandelt sich grundlegend: Aus der papierbasierten Validierung wird die digitale. Vertieft wird dieser Wandel in der digitalen Transformation im GxP-Umfeld.

  • Records statt Dokumente

    Testpläne, Durchführungsnachweise und Freigaben entstehen als strukturierte digitale Records im Validierungswerkzeug, nicht als "Paper on Glass", das Papierformulare nur auf den Bildschirm holt.

  • Verknüpfte Nachweise

    Anforderungen, Risiken und Tests liegen verknüpft vor: Jede Änderung zeigt unmittelbar, welche Nachweise sie berührt.

  • Wirtschaftlicher Nutzen

    Kürzere Validierungszyklen bringen Systeme früher in den produktiven Einsatz und senken den laufenden Aufwand. Das entlastet Budget und Team, ohne den Nachweis zu schwächen.

CSV trifft CSA

Wie CSA das Testen verändert.

Software-Verifizierung und die Validierung des computergestützten Systems sind zwei verschiedene Nachweise. Die Software ist Teil des Systems, und ihr Nachweis heißt korrekt Verifizierung, auch wenn oft missverständlich von Software-Validierung gesprochen wird. Computer Software Assurance adressiert genau diesen Nachweis: die risikobasierte Verifizierung der Anwendungssoftware in der Produktion und im Qualitätsmanagementsystem. Die finale FDA-Guidance erschien erstmals im September 2025 und gilt in der Fassung vom Februar 2026.

CSA erfindet dabei keine neue Disziplin; sie folgt demselben risikobasierten Denken wie ICH Q9: gutes Testen, konsequent angewandt. Der Unterschied liegt nicht zwischen zwei Methoden, sondern zwischen schwerfälligem und wirksamem Testen, vom Auslöser über die Testtiefe bis in den Betrieb:

DimensionSchwerfälliges TestenRisikobasiertes Testen (CSA)
Testauslösergetestet wird alles, aus Regulierungsreflex und Unsicherheit vor dem Auditgetestet wird nach Intended Use und tatsächlichem Risiko
Testtiefealle Funktionalitäten gleich tief getestetTesttiefe skaliert mit dem tatsächlichen Risiko der jeweiligen Funktion
Nachweisführungumfangreiche Dokumentation als Selbstzweckwirksames Testen, Dokumentation auf das Nötige reduziert
Änderungen im Betriebpauschale Nachtests bei jeder ÄnderungNachprüfung risikobewertet, der nachgewiesene Zustand wird gezielt erhalten
Aufwand vs. Sicherheithoher Aufwand, oft ohne MehrwertAufwand dort, wo er Patientensicherheit und Produktqualität schützt
Was CSA nicht abdeckt

Die Guidance nimmt Infrastruktur-Software ohne spezifischen Produktions- oder QMS-Bezug ausdrücklich aus, etwa für Netzwerk, Authentifizierung oder Backup und Restore. Diese Software gehört zur IT-Infrastruktur, die nach Annex 11 qualifiziert wird. Und die Validierung des Gesamtsystems im Prozess bleibt die Aufgabe des Betreibers: Die Software-Verifizierung ist darin ein Baustein.

Unser Service

Validierung, durchgängig begleitet.

Über den gesamten Lebenszyklus begleiten wir Betreiber mit den Leistungen, die den validierten Zustand herstellen und im Betrieb bewahren. Wie das im Ergebnis aussieht, zeigt die Fallstudie Drug Safety Implementation: risikobasierte Validierung nach GAMP 5 bei einem internationalen CRO. Die interne QA stellte keine Mängel fest.

Analyse des bestehenden QMS zur Validierung computergestützter Systeme
Validierungsplanung mit Umfang, Rollen, Verantwortlichkeiten und Akzeptanzkriterien
Erfassung von Anforderungen und Risikobewertung entlang der Geschäftsprozesse
Risikobasierte Teststrategie nach dem CSA-Ansatz
Dokumentiertes Testen, Nachverfolgung und Validierungsreport bis zur Freigabe
Betriebsprozesse, Prozessdokumentation und Training für den validierten Zustand
Aus erster Hand

Seit 2004 in jedem Umbruch der Systemvalidierung, von Part 11 bis KI.

Jeder Umbruch stellte dieselbe Frage neu: Kann man elektronischen Daten und Systemen trauen, und wie weist man es nach?

Part 11 fragte nach den Records, ICH Q9 nach dem Risiko, die Data-Integrity-Welle nach dem Verhalten der Menschen am System, die Cloud nach der Kontrolle über Fremdinfrastruktur. KI fragt nach der Beherrschbarkeit des Nichtdeterminismus.

Zum Thema Cloud trugen wir 2011 vor, als der Markt die Zulässigkeit noch diskutierte. Agile Validierungsprojekte in GxP liefen bei uns ab 2013, Jahre vor der Formalisierung.

Am weitesten zurück reicht die GCP-Linie: Im klinischen Umfeld sind die Daten das Produkt, und 2008 gab es für die Systeme, die sie erzeugen, keine eigene Leitlinie, nur ICH E6 und verstreute Inspektionsvorgaben. Diese Lücke war der Anlass: Wir stießen die GAMP-Arbeitsgruppe für GCP-Systeme an (Arbeitsaufnahme 2009, aufgegangen in der ISPE GAMP R&D and Clinical Systems SIG). 2014 schulten wir die europäischen GCP-Inspektoren beim Workshop der EMA GCP Inspectors Working Group. Hier war nicht der Markt das Publikum, sondern die Inspektoren selbst.

Und als die Branche nachzog, wirkten wir an den Antworten mit: im Kernteam der GAMP 5 Second Edition und am Good Practice Guide "Enabling Innovation". Critical Thinking, von GAMP 5 in den Mittelpunkt gestellt, ist die Signatur unserer Teststrategien.

Seit 2004 21 CFR Part 11 GCP / eClinical GAMP 5 Second Edition Enabling Innovation Critical Thinking CSA
FAQ

Häufige Fragen zur Validierung computergestützter Systeme.

Nein. Validiert werden Systeme, die GxP-relevante Prozesse tragen. Maßgebend ist die Kausalkette: Beeinflusst das System, auch mittelbar, Daten, Produkt und damit den Patienten? Wo das zutrifft, skalieren Umfang und Tiefe des Nachweises mit dem Risiko; wo nicht, genügen die guten IT-Praktiken des Unternehmens.

Ja. Computervalidierung, CSV-Validierung und Validierung computergestützter Systeme meinen denselben Nachweis; CSV steht für Computerized System Validation. Geprüft wird die Anwendung der Software in ihrem GxP-Prozess, gemessen am Intended Use.

Die Validierung ist Sache des Betreibers: Nur er kennt seinen Prozess und dessen Intended Use. Der Software-Anbieter validiert nicht. Er sichert die Qualität seines Produkts gegen definierte Standards und wird dafür vom Betreiber bewertet und auditiert. Eine eigene Disziplin ist die Software-Validierung beim Hersteller, dessen Software selbst das Produkt ist, etwa als Medizinprodukt.

Ja. Validiert wird auch dort die Anwendung im Prozess, am Intended Use des Betreibers ausgerichtet. SaaS ist die Anwendungsebene, nicht die Infrastruktur. Was sich verschiebt, ist die Nachweislast: Der Anbieter verifiziert sein Produkt gegen die eigene Spezifikation und betreibt die Plattform. Der Betreiber bewertet den Anbieter und stützt seinen Nachweis risikobasiert auf dessen Vorarbeiten. Die Verantwortung für die Eignung im eigenen Prozess bleibt beim Betreiber. Sie schließt Konfiguration, Release-Zyklen und den Weg der Daten beim Ausstieg ein. Die tragende Infrastruktur darunter ist nach Annex 11 zu qualifizieren.

Wenn der dokumentierte Nachweis vorliegt, dass es in seinem Prozess für den Intended Use geeignet ist. Mit der Freigabe ist dieser Zustand erreicht. Er gilt allerdings nur für die nachgewiesene Konfiguration: Jede Änderung wird über Change Control bewertet, damit der validierte Zustand über den Lebenszyklus erhalten bleibt.

So tief, wie es das Risiko verlangt. Testtiefe und Dokumentationsumfang skalieren mit dem Risiko der jeweiligen Funktionalität für Patienten, Produkt und Datenintegrität. Der Funktionsumfang des Systems ist dafür kein Maß.

Validieren Sie nach Risiko, nicht nach Funktionsumfang.

Im Erstgespräch sichten wir Ihr QMS und Ihren Systembestand. Daraus skizzieren wir den Weg Ihres Nachweises: vom Intended Use über die Teststrategie nach CSA bis zum validierten Zustand im Betrieb. Kostenfrei, etwa 30 Minuten.

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