KI-gestützte Validierung computergestützter Systeme - QFINITY
QFINITY · Pharmaceutical Engineering

KI ersetzt Validierung nicht. Sie macht sie intelligent.

In ISPE Pharmaceutical Engineering (January/February 2026) zeigen Oliver Herrmann und Frank Henrichmann (QFINITY), wie KI die Validierung computergestützter Systeme verändert - und woran ihr Nutzen hängt: an sauber dokumentierten Prozessen, präzisen Anforderungen und strukturierten Risikobewertungen.

Der Beitrag

KI macht Validierung intelligent, nicht überflüssig.

Die Validierung computergestützter Systeme bleibt ein regulatorischer Eckpfeiler - ressourcenintensiv und fehleranfällig. Der Beitrag beschreibt als konditionale Zukunfts-Prognose, wie KI Anforderungsinterpretation, Testerstellung und -ausführung, Evidenzerfassung und Risikobewertung unterstützen kann - und bindet ihren Nutzen strikt an die Qualität der Inputs, nicht an ein Automatisierungsversprechen.

KI ist nur so gut wie die Prozess-, Anforderungs- und Risikoarbeit davor. Schwache Grundlagen automatisiert sie mit - reparieren tut sie sie nicht.
Was der Beitrag festhält

Die Kernaussagen im Überblick.

  • Drei Vorbedingungen

    Gut dokumentierte Geschäftsprozesse, präzise Anforderungen und strukturierte Risikobewertungen sind die Voraussetzung für jede KI-gestützte Validierung.

  • Strukturierte digitale Records

    Alle Validierungs-Deliverables müssen als strukturierte digitale Records vorliegen - nur so kann KI nachvollziehbare, inspektionsfeste Ergebnisse liefern.

  • KI-befähigte Tools im Einsatz

    KI-befähigte Werkzeuge unterstützen Anforderungsinterpretation, Testerstellung und -ausführung, Evidenzerfassung und Risikobewertung - eingebettet in einen risikobasierten Rahmen nach GAMP 5.

  • Erwarteter Nutzen

    Schnellere Validierungszyklen, höhere Testabdeckung inklusive Edge Cases, konsistentere Risikobewertungen und potenziell kontinuierliche Validierung statt eines Einmal-Ereignisses.

  • Human-in-the-Loop

    Rechenschaft, Urteil und Compliance-Entscheidungen bleiben beim Menschen. Der Beitrag warnt ausdrücklich vor übermäßigem Vertrauen in Automatisierung ohne ausreichende menschliche Aufsicht.

  • Angemessenheit statt Zwang

    Für kleinere und mittlere Unternehmen kann ein traditioneller, dokumentenbasierter Ansatz weiterhin angemessen und akzeptabel bleiben - kein Zwang zur vollen Automatisierung für jede Organisationsgröße.

Der Rollenwandel

Vom Dokumentenverwalter zum Quality Architect.

Übernimmt KI Skripterstellung, Testausführung und Dokumentenverwaltung, verschiebt sich die Arbeit der Validierungsteams weg von der Mechanik hin zur Urteilskraft - Business-Analyse, Qualitätssicherung der Inputs und die Freigabe der KI-Outputs. Diese Verschiebung erhöht die Verantwortung: Der Zweck einer Validierung kommt aus dem Prozess und seinem Intended Use, nicht aus dem Werkzeug - die KI liefert Vorschläge, die Bewertung ihrer Eignung bleibt eine menschliche Entscheidung.

Genau dort setzt QFINITY an - mittendrin bei jeder dieser Veränderungen und über die führenden Organisationen (ISPE, RQA, ACDM) an ihrer Mitgestaltung beteiligt. KI ist für uns nicht der Hype, sondern der notwendige nächste Schritt: Sie wird bleiben und sich schnell verändern. Rigor nach Prozessverständnis und Risiko, nicht nach Werkzeug-Versprechen.

Regulatorik

Noch offene Leitplanken.

Leitlinien sind noch begrenzt: Der Annex-22-Entwurf schließt generative AI und LLMs für kritische GMP-Anwendungen aus und erlaubt sie für nicht-kritische mit qualifiziertem Human-in-the-Loop - die Einstufung per dokumentierter Risikobewertung. Hinzu kommt: Die KI selbst muss verifiziert werden (Zuverlässigkeit, definierte Grenzen, Konsistenz), und ICH Q9(R1) mahnt, Subjektivität und Bias im Risikomanagement bewusst zu adressieren.

EU Annex 22 (Entwurf) ICH Q9(R1) Human-in-the-Loop Verifizierung der KI Kontinuierliche Validierung
Die Autoren

Geschrieben von Praktikern des Standards.

Frank Henrichmann, Senior Executive Consultant bei QFINITY, ist Chair des GAMP Global Steering Committee und Mitglied der globalen GAMP AI SIG. Oliver Herrmann, Gründer und CEO von QFINITY, ist Chair des ISPE GAMP Europe Steering Committee, Mitglied der ISPE AI Community of Practice und GAMP Track Lead der ISPE Europe Conference 2026 in Kopenhagen. Beide gehören zum kleinen Kreis qualifizierter ISPE GAMP-Trainer - der Beitrag ist ihre Eigenpublikation, nicht ein Fremdartikel über QFINITY.

GAMP Global Steering Committee GAMP AI SIG ISPE AI Community of Practice GAMP Track Lead - ISPE Europe 2026 Qualifizierte ISPE GAMP-Trainer
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