ICH E6 und ALCOA - Datenintegrität im GCP-Umfeld - QFINITY
QFINITY · RQA Quasar

ALCOA trifft ICH E6: Datenintegrität praktisch gedacht.

In der RQA-Quasar-Ausgabe Januar 2016 zeigten Oliver Herrmann und Dr. Jenny Gebhardt (QFINITY), wie sich Datenintegrität im GCP-Umfeld praktisch fassen lässt - über die ALCOA-Prinzipien und einen prozess- und risikobasierten Blick auf den gesamten Datenlebenszyklus. Geschrieben 2016, als die heutigen DI-Leitplanken entstanden.

Der Beitrag

Datenintegrität ist eine Qualitätseigenschaft der Daten.

Der Beitrag greift das damals neue Addendum zur ICH-E6-GCP-Leitlinie (Entwurf Juni 2015) auf und übersetzt den Begriff Datenintegrität in eine praktische Definition: nicht als abstraktes Regelwerk, sondern als Qualitätseigenschaft, die entlang des gesamten Datenlebenszyklus erhalten bleiben muss - von der Erhebung am Prüfzentrum bis zur Archivierung.

Datenintegrität entsteht im Prozess, nicht im System. Das System ist nur einer der Orte, an denen sie erhalten - oder verloren - werden kann.
Was der Beitrag festhält

Die Kernaussagen im Überblick.

  • Kein neues Konzept

    Datenintegrität ist eine Qualitätseigenschaft der Daten - Ziel ist, die Integrität zumindest der kritischen Daten über den gesamten Lebenszyklus zu erhalten.

  • ALCOA als Prüfraster

    Die fünf ALCOA-Kriterien (attributable, legible, contemporaneous, original, accurate), im Beitrag ergänzt um „complete“ - ein Vorläufer der heutigen ALCOA++-Systematik - geben eine Liste an die Hand, gegen die sich Daten prüfen lassen.

  • Kontext und Metadaten

    Ein Wert wie „160 mmHg“ ist erst mit Kontext bedeutungsvoll. Metadaten - wer, wann, in welchem Prozess - sind Teil der Daten, also gelten die DI-Prinzipien für beide.

  • Prozess vor System

    Der horizontale Blick folgt den Daten durch den Prozess: manuelle Schritte brauchen QC-Kontrollen, automatisierte eine Form von Verifizierung oder Validierung. Computersysteme sind nur einer dieser Schritte.

  • Risikobasiert priorisieren

    Nicht alle Daten sind gleich: Endpunktdaten sind essenziell, andere weniger verwundbar. Eine Risikobewertung der Datentypen fokussiert die strengen DI-Kontrollen dorthin, wo sie zählen.

Warum das zählt

Ein Jahrzehnt Datenintegrität.

Was 2016 als praktische Definition begann, ist heute regulatorischer Kern - von den EU-Annex-11-Erwartungen bis zur ALCOA++-Systematik. QFINITY hat diese Entwicklung nicht kommentiert, sondern begleitet: als prozess- und risikobasierter Blick auf Daten, der den Rigor an Patientennähe und Kritikalität ausrichtet. Genau dieser Kontinuität - vom GCP-Datenlebenszyklus bis zur KI-gestützten Validierung - folgt der rote Faden durch die QFINITY-Publikationen.

Der Rahmen

Wo Datenintegrität verankert ist.

Der Beitrag verortet Datenintegrität im Datenlebenszyklus des klinischen Prozesses - dort, wo Daten erhoben, übertragen, verarbeitet, gesichert und archiviert werden. Der risikobasierte Ansatz des ICH-E6-Addendums, der Monitoring und Qualitätsmanagement prägt, gehört konsequent auch auf die Integrität der Daten selbst angewendet.

ICH E6 (GCP) ALCOA++ Datenlebenszyklus Prozess- und risikobasiert Kritische Daten zuerst
Die Autoren

Geschrieben aus der GCP-Praxis.

Oliver Herrmann, Gründer und CEO von QFINITY, verbindet Informatik und GxP-Compliance und ist in den GAMP-Gremien der ISPE aktiv. Dr. Jenny Gebhardt bringt einen medizinischen Hintergrund (Promotion Infektiologie, Master Clinical Trial Management) und langjährige Pharmakovigilanz- und Qualitätsmanagement-Erfahrung ein. Der Beitrag erschien im internationalen Jahresauftakt-Heft der RQA - eine Eigenpublikation, kein Fremdartikel über QFINITY.

RQA Quasar No. 134 GCP & Datenintegrität ISPE GAMP Clinical Trial Management
RQA Quasar - das Members Magazine der Research Quality Association
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